Sachinformation Nr. 131

 

Förderung einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft 
sowie ländlichen Entwicklung


Deutschlands Landwirtschaft und die Agenda 21 von Dr. Hans Peter Stamp

Wirtschaftsbereich Landwirtschaft als Modellfall für Nachhaltigkeit

Die Rolle der Landwirtschaft

  1. Grundsätze

    Die Deutsche Landwirtschaft bekennt sich zu folgenden Grundsätzen:

    1. Hauptziel der Landwirtschaft ist die Erzielung von Einkommen - in einer bäuerlichen Landwirtschaft von Familieneinkommen - durch die Erzeugung von Nahrungsmitteln.

    2. Dabei wurden in Deutschland stets Nebenziele mitverfolgt wie:

      • die Erhaltung der dauerhaften Nutzbarkeit der Produktionsfaktoren und

      • die größtmögliche Schonung und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

      Ziele die vom wirtschaftlichen Hauptziel abhängen und von diesem mit getragen werden müssen

Grundsätze

  1. Landwirtschaft als Wirtschaftszweig

    1. Die Verantwortung des Produzenten von Nahrungsgütern
       
      Die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft ist die Produktion von Nahrungsgütern. Die Produkte müssen von der Qualität her marktgerecht sein, das heißt: sie müssen den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen. Für einen ökonomisch orientierten Landwirt ist die Einhaltung dieses Prinzips eine Selbstverständlichkeit. Hinzu kommt, dass in Deutschland ganz besonders strenge Bestimmungen darauf ausgerichtet sind, den Verbraucher vor schädlichen Substanzen in Nahrungsmitteln zu schützen.

    2. Zuviel Reglementierung ist für Wirtschaft immer von Nachteil
       
      Die Verantwortung für die von ihnen genutzten Natürgüter wird von den Bauern gerne und selbstverständlich wahrgenommen. Die in Deutschland vorliegende hohe Regelungsdichte im Ordnungsrecht hierzu ist weitgehend entbehrlich. Das ergibt sich allein schon daraus, dass es kaum irgendwo eine so deutliche Parallelität zwischen den ökonomischen und den ökologischen Zielen gibt, wie in der Landwirtschaft. So wurden große Teile der beachtlichen Erfolge bei der Reduzierung des Düngemitteleinsatzes erreicht, bevor das Düngemittelrecht z.B. durch die Düngeverordnung detaillierter geregelt wurde.

    3. Wettbewerbsnachteile sind zu vermeiden
       
      Wettbewerbsnachteile, die die Verfolgung der ökonomischen Ziele unserer Bauern behindern, sind zu vermeiden. Wenn Ziele, die die Gesellschaft höher einstuft als die Wettbewerbskraft der deutschen Bauern, verfolgt werden, sind die Wettbewerbsnachteile entsprechend auszugleichen. Das gilt insbesondere für die Folgen aus internationalen Vereinbarungen, die zu den Rahmenbedingungen der Produktion bei uns nicht passen. Wenn bei uns z.B. die Kleinräumigkeit der Landschaft als gesellschaftliches Ziel bestehen bleibt, können Preisstrukturen, die den Kostenbedingungen von Großraumlandwirtschaften wie z.B. in den USA entsprechen, nicht ohne Einkommensausgleich akzeptiert werden.

    4. Landwirtschaft als Arbeitsplatz
       
      In den zurückliegenden 40 Jahren ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von über zwei Millionen auf etwa 500.000 mit gut 800.000 Arbeitsplätzen zurückgegangen. Hinzu kommen die Arbeitsplätze in der Ernährungswirtschaft. Nach dem Agrarbericht arbeiten weitere 3,3 Millionen Menschen in den der Landbewirtschaftung vor- und nachgelagerten Bereichen.

    5. Pflege der Kulturlandschaft
       
      Deutlicher noch als durch die Zahlen der Erwerbstätigen wird die strukturelle Bedeutung der Landwirtschaft durch die Flächenanteile. In Deutschland sind es 17% bei der Weidefläche, 38% bei der Ackerfläche, 29% beim Wald und nur 16% der Fläche dienen nichtlandwirtschaftlichen Zwecken. 84% der Fläche Deutschlands also werden von den Land- und Forstwirten gepflegt und erhalten. Im Gesamtzusammenhang zu erwähnen, wenn auch mit einem nur kleinen Anteil von 230000 ha, sind schließlich die 9100 Betriebe der Fluss- und Seenfischerei.

Ausführlicher Orginaltext

Wirtschaftzweig
Landwirtschaft

 
© Walter Janka im Auftrag der DSD AG 2001