Sachinformation Nr. 143

 

Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft 
und ländlichen Entwicklung


Wald, Klima und Energie

Energieträger

Holz

Energieträger Holz

1. Ein Brennstoff mit Vergangenheit und Zukunft

Holz stellt eines der ältesten Brennstoffe der Menschheit dar und spendet seit Tausenden von Jahren Wärme und Geborgenheit. Die im 18. Jahrhundert zunehmende bergbauliche Nutzung von Kohle verdrängte das Holz als vorrangigen Energieträger. Die Entwicklung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schob Erdöl und Erdgas in den Vordergrund und schien die Nutzung des Holzes zur Energiegewinnung als überholt und nicht mehr zeitgemäß abzustempeln. Jedoch führte die Energiekrise in den 70er Jahren jedermann deutlich vor Augen, das die scheinbar unerschöpflichen fossilen Rohstoffe Kohle, Erdöl und Ergas offensichtlich doch nicht so unerschöpflich sind.

Ein schonender Umgang mit den fossilen Energieträgern scheint dringend angeraten, um kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt und ausreichende Rohstoffquellen zu hinterlassen. Mit dieser Blickrichtung präsentiert sich Holz In den meisten Bundesländern als wichtiger und sofort in großer Menge verfügbare nachwachsende Energieträger.

Die Verbrennung fossilen Energieträger Erdöl, Ergas und Kohle setzt weltweit etwa 22 Mrd. t CO2 frei, allein Deutschland ist mit etwa 1 Mrd. t beteiligt. Man geht davon aus, das auf dieser Art und Weise der CO2-Gehalt der Atmosphäre in den letzten 100 Jahren um etwa 25 % zugenommen hat.

Der Aufwand an Energie für die Bereitstellung von Holz ist wesentlich geringer im Vergleich zu anderen Rohstoffen. Auch treten Umweltbelastungen mit der Holzproduktion überhaupt nicht auf. Neben vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Holzes ist sein Einsatz als CO2-neutraler Energielieferant ein außerordentlich interessant, wobei die vorhandenen Ressourcen bei weitem noch nicht ausgeschöpft werden. Die Forstwirtschaft hat beispielsweise Schwierigkeiten, schwächere Holz-Sortimente, die während der Pflege der Wälder anfallen, zu veräußern. Es ließen sich wesentlich größere Mengen Holz als bisher energetisch verwenden. Man schätzt, dass in Deutschland pro Jahr gut 30 Mio. m3 Wald-, Industrierest- und Altholz anfällt. Mit dieser Holzmenge ließen sich immerhin ca. 2,5 % des gegenwärtigen Primärenergiebedarfs des Landes decken.

Moderne Holzfeuerungsanlagen haben nichts mehr gemein mit den z.T. unpraktischen, qualmenden und bullernden Öfen unserer Vorfahren. Sie sind bedienerfreundlich und unterscheiden sich durch den Einsatz modernster Steuer- und Regelungstechnik fast nur noch durch die Besonderheit des verwendeten Brennstoffes von Gas- und Ölheizungen.

 

2. Vorteile Holz gegenüber anderen Energieträgern:

- Holz ist als nachwachsender Rohstoff praktisch unerschöpflich

- Holz wird sehr umweltverträglich produziert

- die Verbrennung erfolgt Kohlendioxid-neutral

- während der Verbrennung entstehen im Gegensatz zu Kohle, Erdöl und -gas keine
  Schwefeloxide

- Holz besitzt einen hohen Heizwert

- moderne Holzheizungen produzieren nur geringe Emissionen

- Holz ist ein preiswerter Brennstoff

- unproblematische und recht gefahrlose Lagerung des Brennstoffes

 

3. Vergleich der Brennstoffe Holz und Heizöl (1)

Brennstoff Holz Heizöl
benötigte Brennstoffmenge 1000 kg 229 kg
Heizwert 11,9 MJ/kg 42,7 MJ/kg
Wirkungsgrad 70 % 85 %
Arbeiten zur Aufbereitung

Holzernte, - transport,

Zerkleinerung

Förderung, Transport, Raffinerierung
Energiebedarf Aufbereitung 0,34 MJ/kg 10,9 MJ/kg
Kohlenstoff-Freisetzung

0 kg aus Holz

18,1 kg aus Aufbereitung

213,6 kg aus Heizöl

65,5 kg aus Aufbereitung

Gesamte Kohlenstoffemission 18,2 kg 279,2 kg
entsprechend CO2-Emission 66,4 kg 1023 kg

100 kg trockenes Holz ersetzen150 kg Rohbraunkohle oder 75 kg Braunkohlebriketts oder 50 kg Steinkohle oder 38 kg Erdöl.

 

4. Heizwerte einzelner Holzarten (2)

 

Eiche

Buche Ahorn
je Raummeter 2100 2100 1900
je kg 4,2 4,0 4,1
  Birke Kiefer/Lärche Fichte
je Raummeter 1900 1700 1500
je kg 4,3 4,4 4,5

 

(1) Heizen mit Holz, Holzbetriebenen Heizanlagen, Eine Information des MRLU LSA, 1998

(2) Heizen mit Holz, Die clevere Alternative, Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Gotha, Januar 1999

Energieträger

Holz

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Emissionen

 

 

 

 

 

Holzfeuerungs-
anlagen

 

 

 

Vorteile

Brennstoff Holz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brennstoffvergleich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heizwerte

 
© Uwe Pannecke im Auftrag der DSD AG 2001