Lösungsblatt Nr. 131

 

Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft 
und ländlichen Entwicklung

Agenda 21
Landwirtschaft

Die Hauptaufgabe der Landwirtschaft

  1. Neben der Produktion von Nahrungsmitteln verfolgt die Landwirtschaft auch andere Ziele.

    1. Nenne Bereiche, die unmittelbar mit der Landwirtschaft selbst zusammenhängen und nicht nur wirtschaftliche Vorteile für die Landwirtschaft bringen!

      • Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Produktionsgrundlagen (Pflanze, Tier, Boden, Wasser)

      • Pflege der Kulturlandschaft
        (Mähen von Steilhängen, Beweidung von Trocken- bzw. Feuchtbiotopen, uvm.)

      • Unterstützung der ländlichen Lebensart
        (Organisation von Festen, Gemeinschaftsbauten etc.)

    2. Überlege "landwirtschaftlich" fremde Einkommensquellen, die von manchen Landwirt/innen ausgeübt werden bzw. auf modernen Bauernhöfen zu finden sind!

      • Landschaftspflege

      • Kommunalarbeiten (Winterdienst, Mäharbeiten)

      • Biomüllentsorgung, Grüngutsammelstation

      • Energiewirt (Biogasanlage, Windpark, PV-Anlagen)

      • Greenkeeper (Pflege von Golfplätzen)
        BayStMLF: Berufsausbildung Landwirt
        http://www.stmelf.bayern.de/stmelf/a_4/bbild_landwirt.html

      • Partyservice

      • Freizeit und Urlaub auf dem Bauernhof - "Kuhcafe"

Landwirtschaft
Einkommensarten

Unternehmer Landwirt

  1. Mit welchen Schwierigkeiten hat ein Landwirt in der Ausübung seines Berufes zu kämpfen (im Gegensatz zu einem Unternehmer in Industrie oder Handwerk)?

    • Er ist sehr stark von natürlichen Produktionsfaktoren abhängig
      (Wetter, Tier- und Pflanzengesundheit).

    • Er muss seine Produktion nach den Wünschen des Verbrauchers ausrichten. Auf veränderte Ernährungsgewohnheiten des Verbrauchers kann der Landwirt in der Regel nicht  sofort auf seinem Betrieb reagieren (Stallbau, teure Spezialmaschinen ...).

    • Der landwirtschaftliche Markt unterliegt z.T. stark schwankenden Preisverhältnissen (Schweinezyklus, niedrige Weltmarktpreise, Krisen wie BSE oder MKS). 

  2. Warum hemmen staatliche Subvention (Ausgleichszulage für Flächenstilllegungen etc.) auf Dauer die Entwicklung eines landwirtschaftliches Unternehmen?

    • In der Regel erfolgen die Zahlungen nach dem Gießkannenprinzip, d.h. kleinere Betriebe werden genau so stark gefördert wie Großbetriebe. Eine "Nichtproduktion" oder das "Verleasen" von Produktionsmitteln kann wirtschaftlicher sein als die Produktion. (Flächenstilllegungsprämien, Milchkontingentverpachtung)

    • Die Zahlungssituation zukünftige Regierungen ist nicht kalkulierbar.

    • Die Wirtschaftlichkeit ist losgelöst von der Produktion. Dir Fruchtfolge wird durch Prämien mehr bestimmt als von den örtlichen Gegebenheiten. 

Marketing

Wirtschaftsfaktor Landwirtschaft

  1. Überlege, welche Wirtschaftszweige direkt bzw. indirekt mit der Landwirtschaft zusammen hängen!

    • direkt

      • Landhandel
      • Schlachthof, Molkerei
      • Metzger, Bäcker
      • Landmaschinenhersteller
      • Chemische Industrie (Düngung, Pflanzenschutz)

    • indirekt

      • Lederindustrie
      • Banken, Versicherungen
      • Tourismus (Landschaftspflege, Kulturlandschaft)

  2. Welche Gründe führen zu einer ständigen Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe? 

    • Steigerung der Produktivität, Rationalisierung
      (Weniger Betriebe produzieren mehr).

    • Die Arbeit ist unattraktiv (Schmutz, unangenehme Gerüche, ungeregelte Arbeitszeit, kein freies Wochenende).

    • Der Landwirt besitzt ein schlechtes Image in der Bevölkerung (wenngleich eine leichte Trendwende zu erkennen ist).

    • Ohne hohe fachliche Qualifikation und vorhandenen Produktionskapazitäten ist es sehr schwierig, ein gesichertes Einkommen zu erzielen.

  3. Stell dir vor, es gäbe in deiner Umgebung keine Landwirtschaft mehr?

    • Dann müssten wir die Lebensmittel aus dem Ausland importieren

    • dann hätten wir keine Garantie für die Qualität der Nahrungsmittel (Hormonfleisch, genmanipulierte Zusatzstoffe),

    • dann würde die Dorfstruktur zerbrechen (Wohnstadt im Grünen),

    • dann müsste die Gemeinde für die Pflege der Freiflächen aufkommen oder selbige würden mit der Zeit verstrauchen, langfristig würden sich dort neue Waldflächen mit minderwertigen Bäumen (Weiden, Erlen, Espen, Birken) entwickeln.

Arbeitsplätze

Didaktische Hinweise

Die meisten Fragen kann man auch fächerübergreifend als Kleinprojekte planen oder als Referate ausarbeiten lassen. Hintergrundmaterial steht im Internet (z.B. der InfoFARM http://www.infofarm.de) oder den Schulbüchern ausreichend zur Verfügung.

Hinweise

 
© Walter Janka im Auftrag der DSD AG 2001