Lösungsblatt Nr. 160

 

 

 

 

Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft 
und ländlichen Entwicklung

Konflikte einer modernen Landwirtschaft zu Vorgaben der Agenda 21

1. Erkläre an Hand des Begriffes "Brandrodung" warum diese Möglichkeit der Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen als Konflikt zur Agenda21 anzusehen ist.

Brandrodung ist die Urbarmachung des Waldes für den Landbau durch Schlagen und Verbrennen der Strauch- und Baumvegetation (weit verbreitete in tropischen Waldgebieten).

Bei Brandrodung werden erhebliche Mengen am klimawirksamen Gasen emittiert (Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid), die damit nicht unwesentlich zum Treibhauseffekt beitragen. 

Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda21(Schutz der Natur als Schutz der Lebensgrundlage des Menschen) ist durch Brandrodung nicht gegeben,

  • da Ökosysteme vernichtet bzw. gestört werden,

  • Umweltzerstörung beeinträchtigt Nachhaltigkeit

  • keine erosionshemmende Wirkung des Bodens erreicht wird

  • Schutz der Erdatmosphäre  verletzt wird

 

 

2. Das Beispiel des ökologischen Kaffeeanbaues in Peru zeigt, dass es auch ohne Brandrodung möglich ist, Ökologie, Ökonomie und Soziales im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Agenda21 zu vereinen.

Findet weltweit weitere Beispiele und dokumentiert diese als Linkliste.

z.B.

- Zukunftsdialog von Siemens und bayerischen Umweltministerium; Ökonomie, Ökologie und Soziales - drei Säulen der Nachhaltigkeit

- Agenda21 in Furth

- Lokale Agenda - Betriebliche Agenda in der Steiermark

- Die Schweiz soll nachhaltiger werden - Aktionsplan

- Nachhaltige Entwicklung als neuer Schwerpunkt in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

 

3. Wann spricht man von einem gentechnisch veränderten Organismus?

Wenn dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination (Bildung einer neuen Kombination der Gene eines Organismus) nicht vorkommt.

Beispiel: Wenn ein Züchter Pflanzen zweier verwandter Linien miteinander kreuzt, führt das zwar zum Austausch von Genen. Dieses ist ein natürlicher Vorgang. Werden jedoch Gene insbesondere durch DNA-Rekombinationstechniken übertragen, ist der dadurch erzeugte Organismus "gentechnisch verändert"
(Quelle: http://www.transgen.de).

 

4. Recherchiere im Internet (z.B. http://www.transgen.de) welche Vorschriften es bezüglich der Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln gibt.

GVO-Typ Beispiel derzeitige Kenn- zeichnung künftige Kenn- zeichnung
GVO-Pflanze Chicorée ja ja
GVO-Saatgut Maiskorn, Rapssaat ja ja
GVO-Lebensmittel Mais, Sojasprossen, Tomate ja ja
aus GVOs hergestellte Lebensmittel Maismehl (nachweisbar) ja ja
  raffiniertes Raps-, Mais-, Sojaöl nein ja
  Glukosesirup aus Maisstärke nein ja
Lebensmittel von Tieren, die mit GVO-Futtermitteln gefüttert wurden Fleisch, Eier, MIlch nein nein
Lebensmittel, die mit Hilfe von GVO-Enzymen hergestellt wurden Käse (Chymosin), Brot (Amylase) nein nein
Zusatzstoff oder Arome aus GVO hochreines Lecithin in Schokolade nein ja
GVO-Futtermittel Mais ja ja
aus GVO hergestellte Futtermittel Maiskleber, Sojaschrot nein ja
Futtermittelzusatzstoff aus GVO Vitamin B2 (Riboflavin) nein ja

 

5. Welche Kerngedanken umfassen den Ökologischen Landbau und den Integrierten Pflanzenbau? Findet heraus, welche landwirtschaftlichen Betriebe im euerm lokalen Umfeld nach diesen Prinzipien arbeiten. 

Ökologischer Landbau:

...ist eine Landbewirtschaftung, die auf chemischen Pflanzenschutzmittel und synthetischen Mineraldünger verzichtet

... dient der Erhaltung und Förderung einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit

... nutzt eine artgerechte (tiergerechte) Tierhaltung

... verzichtet auf gentechnisch veränderte Pflanzen und andere Anwendungen der Gentechnik

... nutzt geschlossene Betriebskreisläufe (hofeigene Erzeugung von Futter für die Tierhaltung) und besondere Richtlinien für die Verarbeitung von Lebensmitteln 

 

Integrierter Pflanzenbau.

... ist ein landwirtschaftliches Konzept, das unter Beachtung ökologische Aspekte den ökonomischen Erfolg zum Ziel hat

... stimmt biologische, technische und chemische Maßnahmen aufeinander ab, um die Kulturpflanzen gesund zu erhalten, die natürlichen Ressourcen langfristig zu schonen und so ertragreiche Ernten von hoher Qualität zu ermöglichen

... nutzt standortangepasste Fruchtfolgen und Sortenwahl unter Berücksichtigung von Klima, Boden und vorkommenden Schädlingen oder Krankheitserregern 

... nutzt bodenschonende Bearbeitungsverfahren

... nutzt geeignete mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung 

... verwirklicht bedarfsgerechte Pflanzenernährung (organische Düngemittel, Mineraldünger) 

... nutzt biologische Schädlingsbekämpfung durch den Einsatz von Nützlingen

... setzt chemische Pflanzenschutzmittel gezielt als "letztes Mittel" ein

 

Didaktisch-Methodische Hinweise:

Dem Lernenden sollen Konfliktpunkte bei der Umsetzung der Agenda21 aufgezeigt und bewusst gemacht werden.
Durch eigene Recherchen in verschiedenen Medien (Internet, Zeitungen, Zeitschriften u.a.) lassen sich kreative Ergebnisse zusammenstellen (nicht nur als Linkliste). Auch die Verknüpfung zu anderen Unterrichtsfächern (z.B. Geographie, Sozial- und Wirtschaftskunde u.a.) lassen sich mit diesem Arbeitsblatt herstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
© Andreas Müller Im Auftrag der DSD AG 2001