Gemüsefruchtfolgen

Ein großer Anteil der Gemüseproduktion liegt in den Händen der Landwirtschaft. Dieser Feldgemüsebau wird sowohl als Zwischenfruchtbau, als auch in reinen Gemüsefruchtfolgen betrieben. Da aber die Kohlarten flächenmäßig einen größeren Raum einnehmen, als ihnen in der reinen Gemüsefruchtfolge zugebilligt werden kann, wird sie in landwirtschaftlichen Fruchtfolgen auch anstelle von Hackfrüchten gestellt. Bei Betrieben mit bodenmäßig ungleichmäßigen Flächen erscheint es ratsam, für den Gemüsebau nur die besten Flächen herauszugliedern und dort eine gesonderte Gemüsefruchtfolge einzuführen. Die Anlage einer gesonderten Gemüsefruchtfolge, in der unter Umständen auch anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen auftreten können, hat den Vorteil, dass die für die Gemüsekulturen hohen Aufwendungen an Düngemitteln besser gelohnt und dass die großen landwirtschaftlichen Flächen nicht durch Gemüsekulturen mehrfach zerstückt wurden. Andererseits hinterlassen die Gemüsearten dem Boden nicht so viel Rückstände, wie die landwirtschaftlichen Hackfrüchte, so dass der Boden bei Gemüsekulturen einer größeren Beanspruchung ausgesetzt ist. Der Gemüsebauer bemüht sich, durch erhöhte Wirtschaftsdüngergaben den Boden in einem guten Garezustand zu erhalten; er wendet im Gegensatz zu der sonstigen Landwirtschaft einen zweijährigen Stallmistturnus an. In der ersten Tracht ? also nach Stallmist ? sollten stehen: Gurke, Sellerie, Kopfkohl, Blumenkohl. Ferner sind für Stallmist auf Böden mittlerer Güte dankbar: Porree, Tomate und auch Buschbohne. Auch die mehrjährigen Gemüsearten, Spargel und Rhabarber, erhielten bei der Pflanzung reichlich Stallmist. In die zweite Tracht gehörten: Grünkohl, Kohlrabi, Spinat, Zwiebeln, Möhre usw. Die Stallmistbedürftigkeit einiger Gemüsearten hängt jedoch von der Bodengüte ab. Wir können daher auf besten Böden Gemüsearten in die zweite Tracht stellen, die auf mittleren Böden nur schwer ohne Stallmist auskommen würden. Auf Böden, z. B. anmoorige Böden, Niederungsmoore, die eine sehr gute Wasserversorgung besitzen, kann auch als Bodenverbesserung ein mehrjähriges Kleegrasgemisch zwischengeschaltet werden.  

Bei der Aufstellung von Gemüsefruchtfolgen steht nun keineswegs das gesamte Gemüsesortiment zur Auswahl, sondern nur jeweils Gruppen von in ihren Ansprüchen an den Boden und die Wasserversorgung gleichartigen Gemüsearten. Eine weitere Einschränkung bei einigen Gemüsearten wird durch den Arbeitsaufwand gegeben, sowohl als auch zu den verschiedenen Zeiten in der Vegetationsperiode.

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